OZ wähnt sich ganz vorne [UPDATE]
Die Ostsee-Zeitung wähnt sich als großer Reichweitenfavorit im Nordosten: Rund 84.000 Nutzer habe man ausgemacht und brüstet sich als meistbesuchtes Internetportal in M-V, wie der Screenshot zeigt. Nun, liebe OZ: Der Spion wird monatlich knapp über 2 Millionen Mal von mehr als 160.000 verschiedenen Nutzern (Quelle: AGOF) angesteuert. Diese Besucher erzeugen ca. 100 Millionen Seitenaufrufe monatlich (Quelle: IVW, 05/2009). Diese Zahlen sind in der OZ-Onlineredaktion auch gut bekannt, stehen wir doch in regelmäßigem Kontakt mit den Kollegen am Steintor. Warum man bei der OZ nun also offenkundig falschen Angaben eines ‘Branchendienstes’ öffentlich Wahrheitsgehalt zuschreiben möchte, bleibt nicht nur uns ein Rätsel. Der vielbeschworene Qualitätsjournalismus funktioniert jedoch ganz sicher anders.
[UPDATE, 26.02.2009, 12:30] Die OZ hat den Sachverhalt schnell und offen in den Kommentaren unter diesem Eintrag erklärt. Ein lesenswertes Positivbeispiel für gute und offene Unternehmenskommunikation im Web.


26. Februar 2010 um 11:56
Des Rätsels Lösung…
Lieber Spion,
selbstverständlich wissen wir, dass es einige Portale mit mehr Besuchern gibt, als wir zu verzeichnen haben. In dem zitierten Ranking ging es lediglich um die Internetauftritte von Tageszeitungen. In unserer Printausgabe haben wir die Erfolgsmeldung deshalb so formuliert:
Die Ostsee-Zeitung ist nicht nur gedruckt die größte Tageszeitung Mecklenburg-Vorpommerns. Auch der Internetauftritt ostsee-zeitung.de ist im Küstenland die Nummer eins. Das ergab ein Ranking des Branchendienstes Meedia. Darin belegt die Ostsee-Zeitung im Vergleich mit 658 deutschen Tageszeitungen Platz 54. Im Januar fanden 84 000 Besucher den Weg auf das OZ-Internetportal – absolute Spitze in MV. Angeführt wird die Rangliste von Bild.de. Grundlage für die Bewertung waren die Besucherzahlen, die sogenannten Unique Visitors.
Online ist da dann anscheinend leider etwas zu viel der Schere zum Opfer gefallen – und wir haben einfach als selbstverständlich vorausgesetzt, dass es um Zeitungshomepages geht. Das tut uns leid, denn auch unser Größenwahn hat Grenzen
Respektvolle Grüße vom Steintor,
die OZ
26. Februar 2010 um 12:24
Hallo an die Ostseezeitung,
Zu allererst: Vielen Dank für die schnelle und vor allem offene Antwort auf den Beitrag. Ich bin wirklich sehr positiv überrascht, muss ich gestehen.
Dass es in der Box ‘nur’ um Tageszeitungsportale geht, wurde auf der Seite leider wirklich nicht deutlich. Ich denke aber, dass dieser Fakt nun klargestellt und das Thema damit aus der Welt ist. Wir wollten auch keinen Größenwahn unterstellen, waren nur, wie oben bereits erwähnt, schwer am Rätseln, wie es zu solchen Aussagen kommen kann. Nun ist klar, dass es sich dabei um eine starke Verkürzung handelt, ganz offensichtlich auch nicht in der Absicht, falsche Aussagen zu verbreiten sondern schlichtweg durch eine redaktionelle Schere. So etwas passiert und lässt sich sicher nie komplett vermeiden.
Vielen Dank für die Info und kollegiale Grüße zurück zum Steintor,
das Spion-Team
19. März 2010 um 18:13
Laut Google Ad Planner verzeichnet mv-spion.de (also nur MV) lediglich 77.000 Unique Users.
Quelle: https://www.google.com/adplanner/planning/site_profile#siteDetails?identifier=mv-spion.de&lp=true
19. März 2010 um 21:14
Hallo Jones,
Wie sinnig oder unsinnig solche sehr vage erhobenen Zahlen sind, kann man hier gut nachlesen: http://www.gruenderszene.de/allgemein/dopen-die-groupon-klone-ihre-zugriffszahlen-wie-man-ad-planner-co-austrickst/
Wie falsch die Zahlen des AdPlanners sind, lässt sich schon an den PIs sehr leicht ablesen – Google Analytics verzeichnet da bei uns knapp über 100 Mio pro Monat, Visits knapp 2,2 Mio. Dass der AdPlanner solch krude Zahlen ausspuckt, dürfte zu weiten Teilen auch daran liegen, dass wir beiweitem nicht bei jedem Seitenaufruf Werbung einblenden – eher das Gegenteil ist der Fall, um die Nerven unserer Nutzer zu schonen. Es wird also nur bei einem Bruchteil unserer Seitenaufrufe auch ein Doubleclick-Tag ausgeliefert.
Dieser Fakt, kombiniert mit den Infos aus dem Gründerszene-Artikel, dürften diese Zahlen also etwas besser erklären.
Grüße vom Spion-Team, Stephan