Studie: „Cybermobbing“ wird überschätzt

In den Medien taucht im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken gerne der Mythos auf, dass dort regelmäßig fiesestes Cybermobbing betrieben wird, welches Kinder und Jugendliche bis zum Suizid treibt. Eine aktuelle Studie, durchgeführt von Psychologen der Pädagogischen Hochschule Thurgau sowie der Universitäten Zürich und Bern zeigt nun: Die Medien haben massiv übertrieben, das Problem wird in der Öffentlichkeit weitaus schwerer wahrgenommen als es in der Realität ist. Dabei wurden rund 950 Jugendliche im Alter von 13 und 14 Jahren befragt. Es zeigte sich: Im Internet gemobbt zu werden, tritt dreimal weniger häufig auf als Mobbing in der realen Welt. Weiter stellten sie fest, dass Cybermobbing kein Phänomen der Internetwelt ist, sondern schlichtweg den verlängerten Arm für Mobbing aus der realen Welt bildet. Darüber hinaus fanden die Forscher heraus, dass für die Gemobbten kein Unterschied darin besteht, wo sie gemobbt werden. Ganz gleich ob im Internet oder der realen Welt: Die seelischen Schmerzen sind groß – unabhängig vom verwendeten Medium.

Kommentar hinterlassen

captcha